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NAS Kurse

NAS Kurse eignen sich sowohl für historisch interessierte Sport- und Freizeittaucher wie auch für Historiker und Archäologen - insbesondere Studenten, die sich in Unterwasserarchäologie spezialisieren wollen. Diese Kurse, die meist am Wochenende abgehalten werden, sind progressiv und bieten dabei eine Reihe an praktischen Trainingseinheiten und theoretisches Grundwissen.

 

NAS intro: Diese Kurse verstehen sich als Einführungskurse in den Denkmalschutz und die Unterwasserarchäologie. Die Teilnehmer sollen ein größeres Verständnis für die Bedeutung und die Empfindlichkeit von Unterwasserdenkmälern erhalten und lernen die wichtigsten Gruppen von Unterwasserdenkmälern kennen und erkennen.
 

NAS I: Diese Kurse bauen auf dem Einführungskurs auf und beinhalten folgende Themen und Übungen: Geschichte der Unterwasserarchäologie, Gesetzgebung und Denkmalschutz, Positionsbestimmung einer Fundstelle, Suchmethoden, Vermessungstechniken, Dokumentation, Altersbestimmung von Funden und Konservierung.

 

NAS II: Nach den Grundlagen folgt diese praktisch orientierten Einheit, in welcher der Teilnehmer einen Survey unter Wasser durchführt und einen Report des Befundes verfasst. Außerdem wird erwartet, dass das Wissen um aktuelle Entwicklungen und den Forschungsstand in der Unterwasserarchäologie weiterentwickelt wird, indem der Teilnehmer mindestens zwei relevante Tagungen besucht.
 

NAS III: Dieser Teil ist modular aufgebaut. Die Module sind:

  1. Research and Information Technology - Computer Aided Design, GIS Programmes, Social History of Ships, Numismatics (Coins!), Documentary Research, Video Post-Production and DVD Authoring
  2. Archaeological Science - Dendrochronology, Environmental Archaeology, Osteoarchaeology (Bones!)
  3. Survey - Archaeological Search Methods, Geophysics, Position Fixing, Advanced Diving
  4. Excavation - Underwater Excavation Methods
  5. Recording - Archaeological Illustration, Photography, Timber Recording, Metal Wreck Recording
  6. Conservation - Finds Handling, Finds Display and Curation, Conservation for Marine Finds
  7. Ancient Technology - Ancient Tool Making, Flint Knapping, Curragh Building, Rope and Cordage
  8. Managing Archaeology - Managing Archaeological Projects, Achieving Publication, Environmental Impact Assesment, Popular Publications for Archaeology

Die Ausbildung ist abgeschlossen, wenn insgesamt 100 credit points in mindestens 6 verschiedenen Modulen erreicht sind. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht. Die DEGUWA bietet NAS III Kurse an, in deren Ausschreibung das entsprechende Modul und die zu erreichende Punktzahl genannt sind. Es ist aber auch möglich sich einschlägige Kurse oder Grabungen anderer Veranstalter anrechnen zu lassen. Dazu ist die vorherige Absprache mit dem NAS Senior Tutor nötig.

NAS IV: Dies ist ein Zusatz zum NAS-Ausbildungsprogramm und beurkundet die Befähigung zur unterwasserarchäologischen Arbeit in leitender Funktion. Es gibt keine besonderen Kurse, sondern Hilfestellung und Beratung. Voraussetzung ist unter anderem mindestens 12 Wochen Grabung in mindestens drei verschiedenen Projekten und die selbständige Durchführung eines Projektes einschließlich der Publikation.

 
Eine ausführlichere Darstellung des Ausbildungsprogrammes gibt es auf der Homepage der Nautical Archaeological Society (NAS).

Bitte beachten: Das NAS-Ausbildungsprogramm ersetzt nicht das Studium in der Unterwasserarchäologie bzw. der Maritimen Archäologie. Es beinhaltet aber anspruchsvolle unterwasserarchäologische Inhalte in Praxis und Theorie und kann somit auch parallel zum Studium einen wertvollen Beitrag bilden.
 
Die DEGUWA ist Lizenzinhaber des NAS-Trainingprogramms.  Der Ansprechpartner und Senior Tutor der DEGUWA in der NAS-Ausbildung ist Sabrina Wittka, Email: info@arch-werk.com

 


 

 

Hintergrund: 
Das Ausbildungsprogramm der Nautical Archaeology Society
 

Die Begründung der NAS-Ausbildung wurde durch eines der gewaltigsten Projekte in der jungen Geschichte der Unterwasserarchäologie eingeleitet:

 
Portsmouth 1986 - schon seit vierzehn Jahren gruben eine Handvoll Archäologen und Hunderte von freiwilligen taucherfahrenen Helfern das Wrack der MARY ROSE aus - einem Kriegsschiff der englischen Krone. Genauer, es handelte sich hierbei sogar um das Lieblingsschiff des englischen Monarchen Henry VIII, welches im Jahre 1545 vor seinen Augen in einer Schlacht mit einer französischen Streitmacht vor Southsea kenterte und mit Mann und Maus versank. Das Wrack wurde gehoben und wird heute in Portsmouth konserviert. An der ungeheuerlichen Menge an Funden, die dort ebenfalls ausgestellt sind, wird noch bis heute geforscht.

 

 

Zu einer Zeit, als nur ein Bruchteil der Grabungsergebnisse ausgewertet waren, war man sich indes aber einer Sache gewiss: Unterwasserarchäologische Großprojekte erfordern eine große Anzahl von freiwilligen Helfern. Während des Projekts wurden Sporttaucher von den Archäologen in ihre Arbeitstechniken eingeführt. Was zu dieser Zeit im improvisierten Rahmen stattfand, sollte bald konkrete Formen annehmen: Abläufe und Vorgaben wurden standardisiert. Das vierstufige NAS Training war entstanden!
 
Heute wird das NAS Training bereits neben Großbritannien auch in Argentinien (PROAS), Australien und Südostasien (AIMA), Deutschland (DEGUWA), Frankreich (DRASSM), Kanada (UASBC), Portugal (CNANS), Südafrika (SAHRA) und den USA (US National Parcs) angeboten und etabliert sich zunehmend zum allgemeingültigen Standard. Das ICOMOS International Scientific Committee for the Protection of the Underwater Cultural Heritage (ICUCH) hat die Nautical Archaeology Society bereits mit einer Ausarbeitung des NAS Trainingsprogrammes für internationale Standards beauftragt.

Stand: 8.9.2015
 
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