Kampagne 2026

4. Grabungskampagne

Die diesjährige Grabungskampagne hat vom 6. bis 26. April 2026 stattgefunden.

Der Grabungsbericht wird auf der nächsten Konferenz "In Poseidon´s Realm" vorgestellt und wird in gedruckter Form in der "Skyllis – Zeitschrift für Unterwasserarchäologie" erscheinen. 


Aufgrund der großen Nachfrage und des hohen Interesses haben wir die Grabungskampagne neu organisiert. Um möglichst vielen Interessierten die Mitarbeit zu ermöglichen, wurde daher der Ausgrabungszeitraum auf insgesamt 3 Wochen verlängert, die Gruppengrößen angepasst und eine flexiblere Teilnahme ermöglicht. 

Sektor 2

Sektor 2 wurde zum Ende der Kampagne 2025 vorläufig geschlossen und zum Schutz mit Geotextil abgedeckt. Ein aktueller, kurzer Survey zur Zustandskontrolle brachte erfreuliche Nachrichten: Die Schutzmaßnahmen waren erfolgreich, die Strukturen sind in einem sehr guten Zustand und es wurden keinerlei Beschädigungen festgestellt. 

Sektor 3 

Die Arbeiten in Sektor 3 wurden planmäßig fortgeführt, wobei gezielt die inneren und äußeren Mauerstrukturen in Richtung Strand untersucht worden sind. Dabei trat reiches Fundmaterial zutage: Neben antiken Öllampen wurden zahlreiche Keramikfragmente, darunter wertvolle Terra Sigillata geborgen. Ausgewählte Fundstücke werden aktuell mit der C14-Methode datiert, um genaue zeitliche Einordnungen zu ermöglichen.

Sektor 4 

Sektor 4 wurde in dieser Kampagne um mehrere Quadranten vergrößert und überraschte mit einer massiven Funddichte. Neben Glasfragmenten konnten enorme Mengen an Keramik, insbesondere Transportamphoren und Terra Sigillata geborgen werden. Auch aus diesem Bereich laufen derzeit C14-Untersuchungen. Die schiere Menge und Art der Funde sowie die Fundverteilung lassen die spannende Vermutung zu, dass es sich hierbei möglicherweise um die Randzone der Besiedlung und nicht mehr nur um den reinen Hafenbereich handelt.

 Sektor 6 

Als neuer Ausgrabungsbereich wurde Sektor 6 am Ende der erweiterten Bucht von Polače angelegt. Grund hierfür waren zwei ungewöhnliche, rechteckige Plattformen, die bei einem Survey im letzten Jahr entdeckt wurden. Die aktuellen Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass diese Strukturen vermutlich nicht aus der Antike stammen. Zusammen mit entsprechenden Funden an Land deuten die Befunde stattdessen sehr wahrscheinlich auf eine mittelalterliche oder neuzeitliche Kalkbrennerei hin. 

Fazit und Ausblick

Die diesjährige Grabungskampagne war ein voller Erfolg und übertraf mit einer noch nie dagewesenen Menge an Funden alle bisherigen Erwartungen. Zusammen mit den derzeit laufenden C14-Untersuchungen werden sie dabei helfen, die Geschichte der Bucht zu rekonstruieren.

Die Ausgrabungen bestätigen das bisher angenommene Siedlungsbild von Polače: Die Hauptnutzungsphase des antiken Hafens sowie des Siedlungsbereiches lassen sich durch das Fundmaterial auf den Zeitraum vom 2. bis in das 6./7. Jahrhundert n. Chr. eingrenzen. 

Von besonderem wissenschaftlichem Interesse sind vereinzelte, ältere Fundstücke, die vermuten lassen, dass bereits weit vor der eigentlichen Blütezeit – möglicherweise schon zu Beginn der römischen Kaiserzeit – überregionale Handelsverbindungen bestanden. 

Die weiteren Auswertungen des geborgenen Materials versprechen daher wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige archäologische Forschung vor Ort.


Wir freuen uns auf die nächste Kampagne im Jahr 2027.